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DQR/EQR-Niveau 3

Qualifikation: Tiefbaufacharbeiter Schwerpunkt Gleisbauarbeiten/Tiefbaufacharbeiterin Schwerpunkt Gleisbauarbeiten

Qualifikationstyp: Duale Berufsausbildung (2-jährige Ausbildung)

Um was für einen Qualifikationstyp handelt es sich?

Bei dieser Qualifikation handelt es sich um eine Duale Berufsausbildung (2-jährige Ausbildung). In Deutschland ist das berufliche Bildungswesen von hoher Bedeutung. Eine zentrale Stellung kommt hierbei der Ausbildung im dualen System zu, die den Zugang zu vielen beruflichen Tätigkeitsfeldern ermöglicht. Das System wird als dual bezeichnet, weil die Ausbildung an zwei eigenständigen Lernorten durchgeführt wird: im Betrieb und in der Berufsschule. Es  verbindet den Erwerb theoretischen Wissens und praxisbezogener Kompetenzen mit der betrieblichen Praxis. Der erfolgreiche Abschluss befähigt zur unmittelbaren Berufsausübung als qualifizierte Fachkraft in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf.

Die Absolventen/innen verfügen über die für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit notwendigen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten (berufliche Handlungskompetenz). Sie verfügen über Kompetenzen zur selbständigen Erfüllung fachlicher Anforderungen in einem noch überschaubaren und zum Teil offen strukturierten Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld.


Welche Lernergebnisse werden erreicht?

Entwässerung von Bahnkörpern,
Durchführen von gleisbauspezifischen Messungen,
Durchführen von Oberbauarbeiten und Verlegen von Schwellen, Verlegen und Befestigen von Schienen, Einschottern, Heben, Richten und Stopfen von Gleisen und Herstellen von Laschenverbindungen,
Durchführen von Aushubarbeiten, Verfüllen und Verdichten von Bodenmassen und Anlegen von Böschungen,
Durchführen von angrenzenden Arbeiten zum Herstellen von Pflasterdecken, Plattenbelägen und Asphaltdecken,
Durchführen von angrenzenden Arbeiten in den Gewerben des Hochbaus,
Selbständiges Durchführen der Arbeiten auf der Grundlage von technischen Unterlagen und von Arbeitsaufträgen allein und in Kooperation mit anderen,
Planen und Koordinieren der Arbeit,
Einrichten von Baustellen,
Festlegen der Arbeitsschritte und Ergreifen von Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit sowie zum Umweltschutz auf der Baustelle,
Prüfen der Arbeiten auf fehlerfreie Ausführung, Dokumentieren der Arbeiten und Räumen des Arbeitsplatzes,
Einsetzen von Geräten und Maschinen,
Auf- und Abbauen von Arbeits-, Schutz- und Traggerüsten und Einmessen von Bauwerken und Bauteilen.


Welche zuständige Stelle vergibt die Qualifikationsbescheinigung?

Handwerkskammer (HWK), Industrie- und Handelskammer (IHK)


Was sind die Zugangsvoraussetzungen?

Es gibt keine formalen Zugangsvoraussetzungen. Jedoch muss die allgemeine Schulpflicht von neun bzw. zehn Vollzeitschuljahren erfüllt sein. Das Ausbildungsverhältnis kommt durch Abschluss eines Berufsausbildungsvertrages mit einem Betrieb der Wirtschaft oder mit einer vergleichbaren Einrichtung zustande.


Wie wird die Qualifikation erworben?

Die Ausbildung erfolgt in Betrieb und Schule: Im Betrieb erwerben die Auszubildenden praxisbezogene Kompetenzen im realen Arbeitsumfeld. An einem bis zwei Tagen pro Woche oder blockweise über ein bis zwei Wochen absolvieren die Auszubildenden die Berufsschule, in der allgemeine und berufliche Lerninhalte theoretischer Natur  verzahnt zur praktischen Ausbildung im Betrieb vermittelt werden. Die Ausbildung schließt mit einer Prüfung vor dem Prüfungsausschuss der zuständigen Stelle ab.

Die Abschluss- bzw. Gesellenprüfung kann auch ablegen, wer nachweist, dass er mindestens das 1 ½ fache der vorgeschriebenen Ausbildungszeit im Beruf oder in einem anderen einschlägigen Ausbildungsberuf tätig gewesen ist oder durch Zeugnisse oder andere Nachweise glaubhaft machen kann, dass er/sie berufliche Handlungsfähigkeit in hinreichendem Maße erworben hat (sog. „Externenprüfung“).


Welche Anschlussmöglichkeiten gibt es?

Nach Abschluss einer Berufsausbildung und entsprechender Praxiserfahrung haben die Absolventen/innen die Möglichkeit, eine staatlich geregelte Aufstiegsfortbildung zu absolvieren.

Nach erfolgreicher Abschluss- bzw. Gesellenprüfung können Absolventen/innen unter bestimmten Voraussetzungen ihre Ausbildung um ein Jahr fortsetzen und z.B. die Prüfung in einem drei- oder dreieinhalbjährigen Ausbildungsberuf ablegen.

Nach in der Regel mindestens dreijähriger Berufspraxis und erfolgreichem Abschluss eines Eignungsfeststellungsverfahrens erhalten sie gemäß Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 06.03.2009 eine fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung.