Qualifikationssuche

Um was für einen Qualifikationstyp handelt es sich?

Bei Qualifikationen dieses Typs handelt es sich berufliche Fortbildungen, deren Prüfungen bundesweit einheitlich geregelt sind. Die Berufsbildung in Deutschland hat ein mehrstufiges System von beruflichen Fortbildungsqualifikationen. Im Rahmen der geregelten Fortbildung werden drei Fortbildungsniveaus unterschieden. Sie unterscheiden sich im Hinblick auf die Kompetenzanforderungen und die damit zusammenhängenden unterschiedlichen betrieblichen Einsatzmöglichkeiten. Sie setzen eine abgeschlossene berufliche Qualifikation (in einem anerkannten Ausbildungsberuf und/oder in einer anerkannten beruflichen Fortbildung) oder den Nachweis einer vergleichbaren Qualifikation voraus und bauen auf diesen auf. Sie qualifizieren für die selbständige und verantwortliche Übernahme von anspruchsvollen Aufgaben in Unternehmen.

Geprüfte Fachkaufleute arbeiten in allen Bereichen der Wirtschaft, in Industrie- und Handelsunternehmen, in großen Handwerksbetrieben und im Dienstleistungsbereich. Auf der Ebene des mittleren bzw. oberen Managements können sie, auch fremdsprachlich, alle Fach- und Führungsaufgaben zur Planung, Anbahnung und Abwicklung von Geschäften eigenständig und verantwortlich ausführen. Sie übernehmen zudem Aufgaben im Personalwesen und in der Kundenpflege.

Die Absolventen/innen verfügen über Kompetenzen zur Bearbeitung von umfassenden fachlichen Aufgaben- und Problemstellungen sowie zur eigenverantwortlichen Steuerung von Prozessen in Teilbereichen in ihrem beruflichen Tätigkeitsfeld. Sie sind befähigt, in Betrieben Sach-, Organisations- und Führungsaufgaben wahrzunehmen und verfügen über die dafür erforderlichen kommunikativen Kompetenzen. Sie verfügen über die Befähigung, den Dienstleistungsprozess auch als Wertschöpfungsprozess zu verstehen und eigenverantwortlich personal- und betriebswirtschaftliche Aufgaben- und Problemstellungen unter Beachtung umfassender Qualitätsmanagementmaßnahmen einer zielgerichteten Lösung zuzuführen. 

Die Anforderungsstruktur ist durch Komplexität und häufige Veränderungen gekennzeichnet.

Welche Lernergebnisse werden erreicht?

  • Erstellen von Jahresabschlüssen nach nationalem Recht unter Beachtung der Rechtsformen von Unternehmen und Institutionen
  • Anwenden des Steuerrechts in den wesentlichen betrieblich relevante Steuerarten
  • Vergleichen der wesentlichen Regelungen nach International Financial Reporting Standards und dernInternational Accounting Standards (IFRS/IAS) mit den entsprechenden nationalen Rechtsnormen
  • Zielorientiertes Anwenden der Kosten- und Leistungsrechnung
  • Auswerten und Interpretieren des Zahlenwerkes für Planungs- und Kontrollentscheidungen
  • Sicherstellen eines internen Kontrollsystems in der Organisation und dem Finanz- und Rechnungswesen
  • Planen und Abwickeln finanzwirtschaftlicher Vorgänge
  • Führen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Fördern ihrer beruflichen Entwicklung einschließlich Ausbilden von Nachwuchskräften
  • Umsetzen von Teamarbeit und Projektmanagement
  • Organisieren und Durchführen der Berufsausbildung

Welche zuständige Stelle vergibt die Qualifikationsbescheinigung?

Industrie- und Handelskammer (IHK)

Was sind die Zugangsvoraussetzungen?

Zugangsvoraussetzungen zur Weiterbildungsprüfung sind i. d. R. eine mit Erfolg abgelegte Abschluss- bzw. Gesellenprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf der jeweiligen Fachrichtung und entsprechende Berufspraxis. 

Wie wird die Qualifikation erworben?

Für die Zulassung zur Fortbildungsprüfung ist eine Teilnahme an Vorbereitungslehrgängen nicht verpflichtend, stellt aber den Regelfall dar. Vorbereitungskurse auf die Fortbildungsprüfung variieren hinsichtlich Format und Dauer. Vorbereitungslehrgänge in Vollzeit dauern von 2-9 Monate, in Teilzeit 1-2 Jahre und als Fernunterricht mit ergänzenden Seminaren ca. 1,5 Jahre – in Abhängigkeit vom Vorwissen der Teilnehmenden.Der durchschnittliche Lernumfang zum Erwerb der Qualifikation auf dieser Ebene beträgt 600 + 600 Stunden (Präsenzseminare + Selbststudium). Die dreijährige Berufsausbildung hat einen durchschnittlichen Umfang von 5000 Stunden, bei einer dreieinhalbjährigen Ausbildung sind es durchschnittlich 5800 Stunden. Ggf. wird zusätzlich eine mindestens einjährige einschlägige Berufserfahrung vorausgesetzt.

Welche Anschlussmöglichkeiten gibt es?

Mit ihrem Fortbildungsabschluss erhalten Fachkaufleute (z. B. Fachkaufmann/frau (Geprüfte/r) für Außenwirtschaft, Personalfachkaufmann/frau (Geprüfte/r)) auch ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung gemäß Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 06.03.2009 bzw. nach Maßgabe der landesgesetzlichen Regelungen eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung.

Sie haben des Weiteren die Möglichkeit, eine Aufstiegsfortbildung des dritten beruflichen Fortbildungsniveaus (z. B. Geprüfter Betriebswirt/Geprüfte Betriebswirtin) zu absolvieren.